Fahrräder selber warten und reparieren und worauf man achtern sollte

Die DIY-Kultur boomt nach wie vor. Dennoch scheinen viele Menschen, vor allem auch Frauen, Berührungsängste dem Thema Fahrräder selber warten und reparieren zu haben. Das muss nicht sein, gibt es doch heutzutage im Internet Anleitungen ohne Ende, und das in hoher Qualität.

Geldersparnis

Seine Fahrräder selbst zu warten und zu reparieren spart bares Geld. Ein simples Loch im Schlauch zu flicken kann, je nach Aufwand, schnell mal 15-20 € und mehr kosten. Gut wenn man das selber erledigen kann. Und man sollte – eine Platten flicken ist – gewusst wie nicht schwer und sollte definitiv zu den Fähigkeiten eines jeden Radfahrers gehören.

Befriedigung

Anders verhält es sich mit komplexeren Arbeiten wie etwa Bremsen entlüften oder eine Schaltung einstellen. Hatte man damit noch nie zu tun ist die Lernkurve am Anfang steil, aber es lohnt sich. Denn: nichts gibt dem eigenen Selbstbewusstsein einen größeren Kick und ein Gefühl der Befriedigung als etwas selbst geschafft zu haben. Das ist so im Kleinen wie im Großen. Über dieses Thema ist sogar schon ein Buch geschrieben worden, auch wenn es dabei nicht um ein Fahrrad sondern ein Motorrad geht.

Wie anfangen?

Diejenigen die ohnehin schon selber schrauben betrifft es nicht, an die anderen: einfach trauen und langsam “hocharbeiten”. Ich kann mich noch gut an meine eigene Radreise erinnern – damals hatte ich mich auch nicht getraut, und alles war kompliziert, Schaltung einstellen, zum Beispiel. Eine 2xX, 3xX-fach oder Nabenschaltung einstellen ist auch heute noch nicht ohne, nur damals (Ende der 1990er) gab es noch kein Youtube mit Erklärvideos.

Regelmäßige Wartung

Eine gewisse Regelmäßigkeit ist wichtig, je nach dem was für ein Rad man hat und wo und wie man es bewegt.

Bremsen

So muss man ganz unbedingt die Bremsen regelmäßig prüfen. Vor jedem Fahrantritt wie oft von übervorsichtigen Leuten empfohlen halte ich bei Selbstschraubern aber für übertrieben, da diese den Zustand i.d.R. gut einschätzen können.

Kette

Die Kette und das Schaltwerk sind auch wichtig vor allem am Mountainbike und hier wiederum wenn es auch bei suboptimalen Bedingungen (Matsch, Regen, …) bewegt wird.

Lieber einmal öfter sauber machen als einmal zu wenig, aber Vorsicht mit den Dampfstrahlern – die Lager mögen das nicht gerne. Was die Kette angeht – diese einfach (eingebaut, Kurbel drehen) durch einen Lappen ziehen. Hinterher auf jedes Glied einen Tropfen Öl (ich verwende seit Jahren dieses hier), ein paar mal durchdrehen und nochmal durch einen (halbwegs sauberen) Lappen ziehen. So mach ich das seit Jahren, funktioniert bestens.

Federung

Die meisten Federgabeln sind heutzutage unkompliziert. Darauf achten, dass die Tauchrohre und Dichtungen immer schön sauber und leichtgängig sind. Wenn nicht. dann vorsichtig reinigen und etwas Brunox applizieren.

Räder und Reifen

Reifen regelmäßig nach Fremdkörpern absuchen (Glas, Spitze Steine, Metallsplitter, usw.) vor allem wenn man in der Stadt unterwegs war. Pendlern die davon betroffen sind würde ich eine Dichtflüssigkeit empfehlen die man in den Schlauch füllt und die dann kleine Löcher automatisch abdichtet. Voraussetzung: der Ventileinsatz muss heraus schraubbar sein, sonst klappt es mit dem einfüllen nicht.

Außerdem sollte man prüfen, ob sich Speichen insgesamt zu locker anfühlen (sollte bei einem halbwegs gut gebauten Rad nicht der Fall sein, man braucht Kraft zum Zusammendrücken) oder sich einzelne Speichen gelockert haben. Je nach Felge, Speichenanzahl usw. muss sich das nicht unbedingt durch einen “Achter” bemerkbar machen. Fährt man aber zu lange mit einer losen Speiche, dann bricht diese früher oder später.

Dies ist vor allem bei Laufrädern von Kompletträdern der Fall, obwohl diese mittlerweile recht gut sind. Meine Erfahrung ist aber dennoch, dass sie nach einigen hundert bis wenigen tausend Kilometern Probleme machen – im Gegensatz zu handgebauten Qualitätslaufrädern. Wer sich für Laufradbau interessiert sollte such mal auf meiner anderen Seite vorbei schauen.

Beleuchtung

Die Beleuchtung gehört auch regelmäßig kontrolliert. Wer in der Stadt oder im Verkehr mit Autos unterwegs ist vor allem hinten, denn da hat man ja keine Augen. Ein anderer Grund sind die zunehmenden Kontrollen der Radler durch die Polizei. Ein Knöllchen weil das Licht nicht funzt? Das muss nicht sein. Fahrlicht ist vor allem wichtig wenn man wo fährt wo es keine Straßenbeleuchtung gibt (z.B. Fahrt bei Dunkelheit durch den Wald). Zum gesehen werden halte ich es in den meisten Situationen für weniger relevant, besser selbst vorausschauend, defensiv und FÜR DIE ANDEREN MITDENKEND fahren, als sich auf andere Verkehrsteilnehmer verlassen.

Wann nicht Schrauben?

So wichtig regelmäßige Fahrradwartung ist, so gibt es aber auch Momente wo dies nicht angebracht ist. Beispielsweise vor einer Radtour oder gar einer Radreise. Vor allem sollte man hier keine Experimente machen und Schlüsselkomponenten wie Sattel, Griffe, Lenker usw. tauschen, jedenfalls nicht kurz zuvor ohne sie ausgiebig Probe gefahren zu haben. Das rächt sich nämlich meist.

Selber Schrauben mit Anleitung

Für alle die sich jetzt immer noch nicht so recht trauen, oder denen ein spezielles Werkzeug fehlt, für die könnte eine ADFC-Selbsthilfewerkstatt interessant sein: http://www.fa-technik.adfc.de/Ratgeber/Selbsthilfe/index.html

Wen es jetzt aber in den Fingern juckt, dem empfehle ich erst mal die Vergleich-Seite zu besuchen um sich einen Überblick zu verschaffen. Aber auch ein Blick auf die Top 3 in meine Kaufberatung kann nicht schaden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.